• solo piano, orchestra (3333/4332/13, 2nd pianist, strings) + tape || dur.40' ||
• fp: Sami Väänänen, solo piano •Orquestra Sinfônica do Recife • Osman Giuseppe Gioia, cond. :: April 19, 2011 :: Recife (Brazil)
Wiederholung spielt eine zentrale, formgebende Rolle in diesem Werk. Dieses wird evident gleich bei den ersten Takten des Kopfsatzes „Repetitio“. Die Kadenz des ersten Satzes ist ein Moment extremer Einfachheit und minimalistischer Repetition, sie wird nur mit einer Hand gespielt. Begleitet wird sie vom schlichten elektronischen Klängen.
Der Minimalismus, insbesondere in seiner europäischen Form hat einen wichtigen Einfluss auf meinen Werken gehabt. Trotzdem habe ich kein einziges Werk komponiert das als rein minimalistisch klassifiziert werden könnte. Das gleiche ist wahr für dieses Konzert, wo der Minimalismus eher das Salz in der Suppe ist als das Gelbe vom Ei.
Das Prinzip der Wiederholung streckt sich über die Repetition hinaus im zweiten Satz, wo einmal Beethoven zitiert wird: Hier wird etwas aus der Tradition wiederholt. Der Satz bleibt auch ansonsten keine Überraschung schuldig: Bald darauf gesellt sich der Umblätterer zu dem Solisten und fängt an eine Kadenz mit ihm vierhändig zu spielen.
Zwischen den Sätzen lassen Soli für das Tonband die verschiedenen Teile zusammen schmelzen. Nach dem dritten Satz „Scherzo meccanico“ wiederholt der letzte Satz „Ripresa“ das Material vom Schluss des ersten Satzes. Der Titel „Sublunar Mechanics“ deutet auf die kopernikanische Zeit hin, als man dachte, alle Naturphänomene seien mechanistischen Gesetzmäßigkeiten untergeordnet. :: Tomi Räisänen, 2012 (Überstzung: Sami Väänänen)